Millionen von Menschen nehmen sich vor, am Montag auf Süßigkeiten zu verzichten und brechen am Dienstag zusammen, weil sie sich für willensschwach halten.
Doch Psychologen und Neurobiologen sagen, dass der Kampf gegen die Zuckersucht durch Willenskraft zum Scheitern verurteilt ist, weil das Gehirn komplexer ist und wir ganz andere Mechanismen brauchen, berichtet der Korrespondent von .
Studien zeigen, dass Hemmungen die gleichen Bereiche im Gehirn aktivieren wie körperlicher Schmerz und eine Protestreaktion auslösen.
Je strenger das Verbot ist, desto mehr will man es brechen, und das ist kein Mangel an Willenskraft, sondern eine normale physiologische Reaktion auf die Einschränkung der Freiheit, die von der Evolution festgelegt wurde.
Psychologen empfehlen die Technik des „Innehaltens“ vor dem Verzehr einer Süßigkeit: eine Minute innehalten, sich fragen, ob ich es wirklich will oder ob ich nur gelangweilt, traurig oder ängstlich bin.
In 50 Prozent der Fälle verschwindet das Verlangen nach einer solchen Pause, weil das Gehirn erkennt, dass es kein Hunger, sondern ein emotionales Verlangen war.
Neurobiologen fügen hinzu, dass die Dopaminrezeptoren, die für den Genuss von Süßigkeiten verantwortlich sind, nicht durch Hemmungen, sondern durch die Vielfalt der Genüsse im Leben wiederhergestellt werden.
Je mehr Freudenquellen ein Mensch neben dem Essen hat, desto weniger braucht er Zucker als schnelles und günstiges Mittel, um seine Stimmung zu heben.
Endokrinologen bestätigen, dass der Heißhunger auf Süßigkeiten oft mit instabilen Blutzuckerwerten zusammenhängt, die auf ausgelassene Mahlzeiten oder einen Mangel an Eiweiß in der Ernährung zurückzuführen sind.
Wenn Sie den ganzen Tag über auf eine gleichmäßige Zufuhr komplexer Kohlenhydrate und Proteine achten, werden Zuckerspitzen geglättet und plötzliche Heißhungerattacken auf Schokolade werden seltener.
Ernährungswissenschaftler raten, Süßigkeiten nicht völlig auszuschließen, sondern sie bewusst nach der Hauptmahlzeit in den Speiseplan aufzunehmen, wenn der Körper bereits mit Eiweiß und Ballaststoffen versorgt ist.
Dieser Ansatz führt nicht zu Gefühlen der Entbehrung und des Verbots, provoziert also keine Zusammenbrüche und ermöglicht es Ihnen, in Frieden mit sich selbst und mit dem Essen zu leben, ohne Gewalt und Schuldgefühle.
Abonnieren: Lesen Sie auch
- Warum Müsli und Cornflakes zum Frühstück schädlicher sind als ein Sandwich: die Wahrheit über „gesunde“ Frühstücke
- Was passiert, wenn Sie jeden Tag 10.000 Schritte gehen: Entlarvung eines großen Fitness-Mythos
