Verblauung von Tomatensetzlingen deutet auf einen ernsten Nährstoffmangel hin

Ihre Tomatenpflanzen auf der Fensterbank haben sich plötzlich lila verfärbt und ihr Wachstum ist fast zum Stillstand gekommen. Dabei handelt es sich weder um eine neue Sorte noch um eine Lichteigenschaft, sondern um einen Hilferuf der Pflanze, der auf eine temperaturbedingte Stoffwechselstörung zurückzuführen ist. Wird dieses Symptom nicht beachtet, beginnt das Wurzelsystem abzusterben, was zum Verlust zukünftiger Ernten im Sämlingsstadium führt.

Die Hauptursache für die Farbveränderung ist die Unfähigkeit der Pflanze, die Phosphor bei niedrigen Temperaturen. Selbst wenn Sie den Boden ausreichend gedüngt haben, „ertrinken“ die Wurzeln und stellen die Nährstoffzufuhr ein, sobald das Thermometer unter einen bestimmten Wert fällt.

  • Die optimale Temperatur für die Phosphorassimilation liegt zwischen 18 und 22 Grad Celsius.

  • Wenn die Temperatur auf 14 Grad und darunter sinkt, wird der Zuckertransport blockiert.

  • Das Wurzelsystem hört auf zu wachsen und der Stamm sammelt sich an Anthocyanen – Pigmente, die vor Kälte schützen, aber auch Stress signalisieren.

Geheimtipp: Füttern Sie Blaupflanzen niemals mit Trockendünger über kalter Erde. Dies führt zu Salzbrand an den Wurzeln, da sie in diesem Zustand keine Nährstoffe verarbeiten können. Erwärmen Sie den Boden zuerst und düngen Sie erst dann.

Damit Tomaten schnell wieder ein gesundes, grünes Aussehen bekommen, ist ein umfassendes Vorgehen erforderlich. Als Erstes müssen die Töpfe von kaltem Plastik oder Stein isoliert werden. Verwenden Sie Schaumstoff oder Laminat als Wärmeisolierung.

  • Legen Sie eine Isolierschicht unter die Setzlingskästen.

  • Schließen Sie die Lücken in den Fensterrahmen, um Zugluft zu vermeiden.

  • Führen Sie eine Blattdüngung (über die Blätter) mit Phosphorchelat durch, da die Nährstoffe auch bei kühleren Temperaturen über die Blätter aufgenommen werden.

  • Achten Sie darauf, dass die Nachttemperatur in der Wurzelzone nicht unter 16 Grad Celsius fällt.

Markus Weber ist ein deutscher Forschungsagrarwissenschaftler, der sich auf die Anpassung von Gemüsekulturen an das variable Klima in Europa spezialisiert hat. In seiner 15-jährigen Praxis hat er einzigartige Methoden zum Schutz von Setzlingen in unbeheizten Gewächshäusern entwickelt und die Wirksamkeit von mehr als 100 verschiedenen Wachstumsförderern getestet.

Häufig gestellte Fragen:

Hilft regelmäßiges Gießen mit warmem Wasser, um die Blaufärbung zu beseitigen?

Nur vorübergehend, denn der Boden kühlt in ein paar Stunden ab, ohne dass die Kältequelle entfernt wird.

Soll ich die blauen Blätter an Tomaten abschneiden?

Nein, sobald Temperatur und Nährstoffversorgung wiederhergestellt sind, können sie wieder grün werden oder die Pflanze weiter ernähren.

Können Sämlinge durch zu viel Licht blau werden?

Manchmal kommt es bei starken Phytolampen zu einer violetten Färbung, die aber mit einem schnellen Wachstum einhergeht, nicht mit dessen Unterbrechung.

Bei welcher Temperatur hören die Tomaten endgültig auf zu wachsen?

Bei einer Temperatur von 10 Grad Celsius hören Wachstum und Entwicklung vollständig auf.

Ist es sicher, Phosphatdünger unmittelbar nach der Erwärmung zu verwenden?

Ja, sobald sich der Boden auf 18 Grad Celsius erwärmt, beginnt die Pflanze, die angesammelten und ausgebrachten Elemente aktiv zu verbrauchen.

Wie schnell sollte die grüne Farbe nach der Erwärmung zurückkehren?

Bei richtiger Vorgehensweise werden die ersten Veränderungen nach drei oder vier Tagen sichtbar.

Beeinträchtigt die Bläue den Geschmack der künftigen Früchte?

Sie wirkt sich nicht direkt auf den Geschmack aus, aber eine stark geschwächte Pflanze trägt weniger Früchte und leidet stärker unter Krankheiten.

Das richtige Temperaturregime ist die Grundlage für eine starke Immunität von Gewächshauskulturen.

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