„Das Umtopfen ist eine physiologische Belastung für die Pflanze, da die Wurzeln geschädigt werden und sich die Mikroflora des Substrats verändert. Daher sollte das Topfvolumen allmählich vergrößert werden. Einer der häufigsten Fehler ist das Umtopfen „mit Reserve“, in ein viel größeres Gefäß. Das Wurzelsystem ist nicht in der Lage, das übermäßige Volumen des Substrats schnell zu absorbieren. Infolgedessen wird die Feuchtigkeit lange Zeit in den tiefen Bodenschichten gehalten, die Belüftung ist gestört, und das Risiko anaerober Prozesse und der Entwicklung von Wurzelfäule steigt“, so die Experten.
„Das Material des Topfes wirkt sich direkt auf die Feuchtigkeitsverdunstung, die Temperatur des Substrats und die Häufigkeit der Bewässerung aus. Kunststofftöpfe sind die gängigste und wirtschaftlichste Option. Ihre Vorteile sind das geringe Gewicht, die Trägheit und die Tatsache, dass die Wurzeln nicht an den Wänden haften. Kunststoff ist jedoch nicht atmungsaktiv: Die Verdunstung erfolgt nur über die Oberfläche des Substrats und die Drainagelöcher. Dies bedeutet, dass die Feuchtigkeit länger gehalten wird und die Gefahr der Überwässerung größer ist. Die Bewässerung sollte daher seltener und kontrollierter erfolgen. Solche Gefäße sind für Pflanzen geeignet, die eine stabile Luftfeuchtigkeit bevorzugen: Maranthus, Calathea, Farne“, erklären die Vertreter der Marke.
„Tontöpfe zeichnen sich durch ihre poröse Struktur aus. Durch ihre Wände findet eine teilweise Verdunstung der Feuchtigkeit und ein Gasaustausch statt, was die Wahrscheinlichkeit von Staunässe und Überhitzung der Wurzeln verringert. Das Material hat jedoch seine Eigenheiten: Wenn das Substrat zu trocken ist, ist wiederholtes Gießen schwierig – das Wasser kann an den Wänden herunterlaufen; Wurzeln wachsen oft in die poröse Oberfläche und werden beim Umpflanzen verletzt. Tongefäße sind optimal für Kakteen, Sukkulenten, Sträucher und große Pflanzen mit einem starken Wurzelsystem, wie z. B. Ficus benjamina“, so die Experten.
„Im Gegensatz zu ungebranntem Ton kann glasierte Keramik praktisch nicht „atmen“, so dass der Wasserhaushalt dem von Plastik ähnelt. Das Hauptrisiko ist Staunässe, wenn die Bewässerung nicht kontrolliert wird. Wird die Pflanze direkt in einen Keramiktopf ohne technischen Innenbehälter gepflanzt, muss besonders auf die Entwässerung geachtet werden“, so die Autoren.
Eine weitere wichtige Voraussetzung ist laut der Studie die Drainage und die Form.
„Das Vorhandensein von Entwässerungslöchern ist ein kritischer Parameter. Keine Blähtonschicht kann die fehlende Wasserableitung ausgleichen. Wenn die Feuchtigkeit im unteren Teil des Behälters stagniert, bildet sich eine Zone ständiger Überwässerung, in der sich schnell Pilzerreger entwickeln. Deshalb müssen bei fehlenden Löchern diese selbst hergestellt werden oder ein Innentopf mit Drainage verwendet werden. Und die Form des Topfes sollte der Art des Wurzelsystems entsprechen. Dies ist das Prinzip der funktionalen Konformität, das zu dekorativen Zwecken oft außer Acht gelassen wird. Für Pflanzen mit einem Stab- oder Tiefwurzelsystem (Palmen, Dracaenas, Lorbeer) sind hohe und schmale Gefäße geeignet. Und Sukkulenten mit einer ausgeprägten Zentralwurzel verlieren in zu breiten Gefäßen an Stabilität: Sobald sie den Boden erreichen, beginnt sich die Wurzel zu verformen und zu verdrehen“, so die Experten.

