Wenn Ihre Trauben zu einem riesigen Dschungel heranwachsen, aber nur eine Handvoll kleiner saurer Beeren hervorbringen, liegt das Problem nicht an der Sorte, sondern an den überschüssigen Zweigen. Wenn im Frühjahr nicht richtig eingegriffen wird, verwendet der Strauch seine ganze Energie darauf, die grüne Masse zu erhalten, und „vergisst“ dabei die Früchte. Ich habe auf meiner Parzelle jahrelang verschiedene Ansätze getestet und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Korrektur im März oder April darüber entscheidet, ob man Eimer ernten oder nur den Schatten der Blätter bewundern kann.
Warum Sie nicht bis zum Sommer warten können
Mit dem Frühjahrsschnitt wird die richtige Verteilung der Nährstoffe eingeleitet. Wenn Sie den Überschuss vor oder zu Beginn der aktiven Saftproduktion entfernen, lenken Sie die Energie der Wurzeln auf die Fruchtknospen.
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Durch das Entfernen trockener und über den Winter abgestorbener Triebe wird der Weg für neuen Saft frei.
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Die Kronenausdünnung sorgt für eine perfekte Sonneneinstrahlung eines jeden Bündels.
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Die Verringerung der Belastung des Strauchs verhindert seine Erschöpfung und sein Absterben in strengen Wintern.
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Die Bildung eines geeigneten Strauchskeletts erleichtert die Pflege und die Ernte.
Geheimtipp: Schneiden Sie die Rebe so, dass der Schnitt in die der Knospe entgegengesetzte Richtung erfolgt. Dies verhindert das „Weinen“ der Trauben, wenn der Saft das Auge überflutet und seine Fäulnis hervorruft.
Techniken für kurze und lange Schnitte
Die Wahl der Methode hängt davon ab, welches Ergebnis Sie erreichen wollen. Bei Tischsorten kombiniere ich in der Regel verschiedene Methoden, um sowohl Volumen als auch Ästhetik zu erreichen.
Denken Sie daran, dass Weintrauben nur an einer einjährigen Rebstockdie auf zweijährigem Holz gewachsen ist. Alte, dicke Äste ohne junge Triebe zu belassen, ist eine Platzverschwendung.
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Verwenden Sie nur scharfe, desinfizierte Gartenschereum zu vermeiden, dass das Holz gequetscht wird.
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Lassen Sie immer einen schützenden Stumpf 2-3 Zentimeter über der lebenden Knospe stehen.
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Entfernen Sie alle dünnen Triebe, die einen Durchmesser von weniger als einem Bleistift haben, da sie keine volle Ernte hervorbringen werden.
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Lassen Sie an jeder Hülse einen starken Fruchttrieb und einen Ersatzzweig stehen.
Meine persönliche Erfahrung bestätigt: Es ist besser, das „Mehr“ abzuschneiden, als einen „gierigen“ Strauch stehen zu lassen. Eine überladene Rebe trägt einmal sehr viele Früchte und erholt sich dann drei Jahre lang.
„Mark Grossman, ein Experte für industriellen Weinbau und privaten Gartenbau. Er züchtet und adaptiert seit über 15 Jahren wärmeliebende Pflanzen in gemäßigten Klimazonen. Er hat über 40 Strauchschnitttechniken in Weinbergen in Südeuropa und der Zentralunion getestet.“
Der richtige Schnitt im Frühjahr ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern die Grundlage für die Gesundheit einer Pflanze. Wenn das Sonnenlicht ungehindert durch das Laub dringt und der Wind die überschüssige Feuchtigkeit austrocknet, finden Pilzkrankheiten keinen Nährboden. Sie erhalten ein sauberes, nachhaltiges Produkt, das natürlich gereift ist.
Häufig gestellte Fragen:
Wann genau sollte man im Frühjahr mit dem Beschneiden beginnen?
Die Arbeiten sollten durchgeführt werden, wenn die Lufttemperatur konstant über 5 Grad Celsius liegt, die Knospen aber noch nicht zu blühen begonnen haben.
Ist es notwendig, die Stecklinge mit Gartenlack zu bedecken?
Bei Weintrauben heilen Schnitte bis zu einem Durchmesser von 1 cm von selbst, größere Schnitte sollten jedoch mit einer speziellen Paste behandelt werden, um Infektionen zu vermeiden.
Was ist zu tun, wenn die Trauben nach dem Schnitt stark „weinen“?
Dies ist ein natürlicher Prozess der Saftbewegung, der in der Regel nach ein paar Tagen von selbst aufhört und für eine gesunde Pflanze nicht schädlich ist.
Darf man Trauben während der Blütezeit beschneiden?
Kategorisch nein, jede Manipulation während dieser Zeit führt zum Zerbrechen der Fruchtknoten und zum Verlust der gesamten Ernte.
Wie kann man eine lebende Knospe von einer gefrorenen unterscheiden?
Schneiden Sie die Spitze der Knospe vorsichtig ab: Ist sie innen hellgrün, ist sie lebendig; ist sie braun oder schwarz, ist sie tot.
Muss ich die alte, sich ablösende Rinde entfernen?
Ja, Schädlinge überwintern oft unter der Rinde, daher ist das Entfernen der alten Rinde eine ausgezeichnete Vorbeugungsmaßnahme.
Hilft ein Frühjahrsschnitt, wenn der Strauch sehr alt ist?
Ja, auch ein dreißigjähriger Strauch kann durch einen radikalen Rückschnitt völlig verjüngt werden.
Ein durchdachtes Vorgehen bei der Frühjahrsarbeit im Garten zahlt sich immer durch die Qualität und den Geschmack der geernteten Beeren aus.

