Die Eifersucht kommt nicht wie ein Gast, den man hinausbegleiten kann, sondern wie ein Gastgeber, der das Haus übernimmt und die Schlösser auswechselt.
Sie flüstert: „er kommt zu spät zur Arbeit“, „sie redet schon zu lange mit diesem Kollegen“, und eine dunkle Welle kocht in ihr hoch, berichtet ein -Korrespondent.
Das Interessanteste daran ist, dass es oft keinen Grund gibt, dass das Fremdgehen nicht passiert und nicht geplant ist, und dass die Eifersucht bereits von innen heraus nagt.
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Denn bei der Eifersucht geht es nicht um den Partner und sein Verhalten, sondern um unsere eigenen Unsicherheiten und Verlustängste.
Ein Mensch mit geringem Selbstwertgefühl sucht in jedem Blick seines Partners auf den anderen immer die Bestätigung, dass er verlassen werden kann. Er glaubt nicht, dass er der Liebe würdig ist, und erwartet einen Stich in den Rücken, selbst wenn die Dinge ruhig sind.
Die Forschung zeigt, dass pathologische Eifersucht oft mit Kindheitserfahrungen zusammenhängt, bei denen es zu einem Verlust von bedeutungsvoller Bindung kam.
Ein Kind, das einmal verlassen wurde, wächst zu einem Erwachsenen heran, der immer darauf wartet, wieder verlassen zu werden.
Die Eifersucht wird zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung: Ständige Verdächtigungen, Szenen, Kontrolle erschöpfen den Partner, und er geht wirklich. Nicht, weil er das wollte, sondern weil es unerträglich ist, unter der Haube zu leben.
Gesunde Liebe duldet keine Käfige, sie atmet Freiheit, und nur wer Vertrauen hat, kann ohne Angst loslassen.
Denn wenn ein Mensch gehen will, halten ihn keine Schlösser zurück, und wenn er nahe sein will, braucht er keine Ketten.
Die Arbeit mit der Eifersucht ist immer eine Arbeit an sich selbst, an seinem Wert, an dem Recht, umsonst geliebt zu werden. Und nur wenn man diese innere Leere füllt, kann man aufhören, in jedem Passanten einen Feind zu sehen.
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