Kennen Sie das Gefühl, wenn Ihnen das Herz aufgeht, nur weil jemand abweisend ist, nicht auf Nachrichten antwortet oder immer ein bisschen beschäftigt ist?
Wir schieben es auf die Chemie, auf das Schicksal, auf einen besonderen Funken, aber die Wahrheit liegt oft auf einer ganz anderen Ebene, berichtet der Korrespondent von .
Die Psychologie nennt es das Verlangen nach unerreichbaren Objekten, ein Phänomen, das in der Kindheitserfahrung wurzelt. Wenn in der Kindheit die Liebe der Eltern verdient, aufgebaut, erreicht werden musste, merkt sich das Gehirn: Liebe = Schwierigkeit.
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Wenn wir aufwachsen, suchen wir unbewusst nach Menschen, die das bekannte Muster „näher ist weiter“ reproduzieren. Ebenbürtige, zugängliche, offene Menschen scheinen langweilig, weil sie nicht überzeugt werden müssen, und daher ist der Wert ihrer Liebe fraglich.
Wir verwechseln Gefühlsschwankungen mit echter Leidenschaft und merken nicht, dass es sich dabei nur um ein altes Kindheitstrauma handelt, das mit uns Verstecken spielt. Je kälter der Partner ist, desto mehr investieren wir, um das Eis zu schmelzen und die Belohnung zu bekommen.
Aber die Belohnung kommt leider nicht, denn unerreichbare Menschen sind genau so lange unerreichbar, wie wir hinter ihnen herlaufen. Sobald wir aufhören zu rennen, verschwindet das Interesse von ihrer Seite und hinterlässt bei uns ein Gefühl der Verzweiflung und Wertlosigkeit.
Der Ausweg aus diesem Kreislauf besteht nicht darin, sich mehr anzustrengen, sondern uns zu fragen: Warum bekomme ich nicht genug? Warum reicht mir einfache menschliche Wärme nicht aus, warum muss ich leiden und mich überwinden?
Die Liebe sollte kein olympischer Sport mit Hindernissen und Barrieren sein. Sie hat das Recht, einfach und zugänglich zu sein, ohne dass man ihre Notwendigkeit im Minutentakt beweisen muss.
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