Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Fruchtzucker Entzündungen im Körper fördern kann

Eine Störung der Fruktoseaufnahme kann mit erhöhter Angst und systemischen Entzündungen einhergehen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Bordeaux. Die Ergebnisse der Studie sind in der Zeitschrift Brain Behaviour and Immunity (BBI) veröffentlicht.

Fruktose ist ein Zucker, der in Obst, Honig und vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten ist. Er wird im Darm durch spezielle Transportproteine absorbiert. Wenn eine Person jedoch mehr Fruktose zu sich nimmt, als der Körper aufnehmen kann, gelangt ein Teil des Zuckers weiter in den Verdauungstrakt und in den Dickdarm. Dieser Zustand wird als Fruktosemalabsorption bezeichnet.

Im Darm beginnt die nicht absorbierte Fruktose, aktiv von Bakterien verarbeitet zu werden. Wissenschaftler vermuten, dass dies die Zusammensetzung des Mikrobioms verändern und Entzündungsreaktionen auslösen kann, die die Gehirnfunktion beeinträchtigen können.

Um diese Hypothese zu testen, untersuchten die Forscher 55 gesunde junge Männer. Die Teilnehmer unterzogen sich einem Fruktosemalabsorptions-Atemtest, führten ein Ernährungstagebuch und füllten Fragebögen zur Bewertung von Angstzuständen aus. Außerdem wurden ihnen Blut- und Stuhlproben entnommen, um Immunmarker und die Darmmikroflora zu analysieren.

Etwa 60 % der Probanden hatten eine gestörte Fruktoseaufnahme. Der Zuckerkonsum war jedoch in beiden Gruppen etwa gleich hoch – etwa 30 Gramm pro Tag. Trotzdem hatten die Personen mit Malabsorption höhere Angstwerte und höhere Werte von Entzündungsproteinen im Blut. Die Analyse des Mikrobioms ergab auch deutliche Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmbakterien.

Weitere Experimente an Mäusen bestätigten den Zusammenhang zwischen einer gestörten Fruktoseaufnahme und Veränderungen in der Mikrobiota. Diese Tiere zeigten auch eine erhöhte Aktivität der Mikroglia, Immunzellen im Gehirn, die mit Entzündungen und Stimmungsstörungen in Verbindung gebracht werden.

Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse noch keinen direkten Kausalzusammenhang beweisen. Sie weisen jedoch auf einen möglichen Mechanismus hin, der Verdauungseigenschaften, das Darmmikrobiom und den psychischen Zustand miteinander verbindet.

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