Forscher der Universität Uppsala haben herausgefunden, dass die Einnahme von Antibiotika die Zusammensetzung des Darmmikrobioms über Jahre hinweg verändern kann. Die Studie ergab, dass die Veränderungen in der bakteriellen Gemeinschaft des Darms vier bis acht Jahre nach einer Behandlung fortbestehen können. Die Ergebnisse wurden in Nature Medicine (NatMed) veröffentlicht.
Die Forscher analysierten die Daten von 14 979 Erwachsenen in Schweden und verglichen ihre Antibiotikageschichte mit den Ergebnissen der Mikrobiomanalyse ihres Darms. Es zeigte sich, dass die Zusammensetzung der Darmbakterien auch nach mehreren Jahren noch mit den Medikamenten zusammenhängt, die eine Person in der Vergangenheit eingenommen hat.
Besonders ausgeprägte und dauerhafte Veränderungen wurden nach der Einnahme von Clindamycin, Fluorchinolonen und Flucloxacillin beobachtet. Selbst eine einzige Einnahme einiger Antibiotika kann die Zusammensetzung des Mikrobioms nachhaltig beeinflussen.
Gleichzeitig wurde das gängige Antibiotikum Penicillin V nur mit relativ geringen und kurzfristigen Veränderungen der Darmmikroflora in Verbindung gebracht.
Die Autoren betonen, dass Antibiotika weiterhin wichtige und oft lebensrettende Medikamente sind. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Wiederherstellung des Darmmikrobioms möglicherweise viel länger dauert als bisher angenommen. Den Forschern zufolge sollte dieser Faktor bei der Verschreibung von Antibiotika und bei weiteren Studien über deren langfristige gesundheitliche Auswirkungen berücksichtigt werden.
