Fremdgehen ist das Thema von Romanen, Filmen und Küchengeflüster, bei dem man die Details genießt und vor Entsetzen erschaudert.
Aber es gibt etwas, das noch erschreckender ist als der Betrug – es ist das gleichgültige Schweigen, das eintritt, wenn zwei Menschen nichts zu besprechen haben, berichtet der Korrespondent von .
Die Langeweile in einer Beziehung schleicht sich unbemerkt ein, wie der Herbst, der eines Morgens die Blätter gelb färbt. Man frühstückt noch zusammen, schaut abends noch Filme, aber innerlich fehlt der Funke, die Wärme, die Lust auf Überraschungen.
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Fremdgehen kann man überleben, man kann verzeihen, man kann danach sogar stärker werden, so seltsam es auch klingt. Aber wie kann man die Abende überleben, an denen man auf sein Handy schaut, weil es nicht mehr interessant ist, Blickkontakt herzustellen?
Langeweile entsteht nicht aus einem Mangel an Ereignissen, sondern aus einem Mangel an Entwicklung, aus der Tatsache, dass man aufhört, sich in eine Richtung zu entwickeln. Jemand ist in ein neues Geschäft eingestiegen, jemand hat ein Hobby gefunden, jemand ist einfach auf der Stelle stehen geblieben, und die Kluft zwischen ihnen wird jeden Tag größer.
Das Frustrierendste daran ist, dass niemand die Schuld trägt, es gibt keinen Bösewicht, keinen Verräter, es gibt nur zwei Menschen, die sich gegenseitig langweilen. Und diese Langeweile wird weder durch Sex noch durch Reisen oder Geschenke geheilt, denn sie ist von innen.
Sie wird nur durch eine Sache geheilt – eine gemeinsame Bewegung, ein gemeinsames Interesse, ein gemeinsames Ziel, für das man aufwachen will. Wenn ein Paar ein Projekt hat, sei es eine Renovierung, ein Geschäft oder die Kindererziehung, dann verschwindet die Langeweile, weil es keine Zeit gibt, sich zu langweilen.
Aber wenn es so etwas nicht gibt, wenn man nur nebeneinander existiert wie zwei Nachbarn in einem gemeinsamen Raum, ist das Urteil endgültig und kann nicht angefochten werden. Denn es gibt nichts Einsameres, als zusammen allein zu sein, wenn man eine innere Leere hat.
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