Warum das Gewicht stillsteht – die ganze Wahrheit über Bewegung

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Bewegung sorgt für Gesundheit, Langlebigkeit und einen klaren Kopf. Aber nicht um schnellen Gewichtsverlust

Beim Sport geht es um Gesundheit, Langlebigkeit und einen klaren Kopf. Aber nicht für eine schnelle Gewichtsabnahme. Die Washington Post hat einen Artikel veröffentlicht, der mit dem größten Fitnessmythos des Jahrzehnts aufräumt, nämlich dass Sport so gut wie keine Auswirkungen auf die Gewichtsabnahme hat. Ja, Bewegung verringert das Risiko von Herzerkrankungen, verbessert den Blutzuckerspiegel, stärkt die Knochen und verringert sogar das Risiko von Depressionen. Wenn Ihr einziges Ziel jedoch die Zahl auf der Waage ist, werden Sie vielleicht enttäuscht sein.

„Ich trainiere fast jeden Tag, aber die Zahl auf der Waage ändert sich nicht. Was bringt mir das dann?“ – diese Frage hört man in den Praxen der Sportmediziner recht häufig. Und die Antwort überrascht viele Menschen, denn es geht um die Gesundheit. Wir sind nur daran gewöhnt, sie falsch zu messen.

Der Mythos der „Kalorienverbrennung“

In einer Kultur, die das Fitnessstudio mit dem „Abarbeiten“ von Nachtisch assoziiert, ist die Logik einfach: mehr bewegen, mehr abnehmen. Große Studien zeigen jedoch das Gegenteil.

Was die Wissenschaft sagt

  • Bewegung ohne Ernährungsumstellung führt in der Regel zu einem bescheidenen Gewichtsverlust – ein paar Kilo in sechs Monaten.
  • Der Körper kompensiert die Belastung, indem er z. B. den Appetit steigert, den Energieverbrauch bei anderen Prozessen senkt und effizienter beim Kaloriensparen wird.

Bei übergewichtigen Menschen mittleren Alters kann regelmäßiges Training zwar die Fitness und die Stoffwechselleistung verbessern, aber das Gewicht wird sich kaum oder gar nicht verändern. Und das ist kein Versagen, das ist Physiologie.

Alter, Stoffwechsel und Muskeln

Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich unser Grundstoffwechsel. Eine Ursache ist die Sarkopenie, der altersbedingte Verlust von Muskelmasse.

Weniger Muskeln – weniger Energieaufwand in Ruhe. Um ein signifikantes Kaloriendefizit allein durch Sport zu erreichen, müssten Sie länger und intensiver trainieren, oft auf einem Niveau, das im wirklichen Leben nur schwer zu halten ist. Und an dieser Stelle ist es wichtig zu erkennen, dass das Problem nicht darin besteht, dass Sie etwas falsch machen. Das Problem sind die Erwartungen.

Wenn Bewegung wirklich funktioniert

Wenn man über den Tellerrand schaut, ist körperliche Aktivität der absolute Held.

Metabolische Gesundheit

Regelmäßige Bewegung:

  1. verbessert die Insulinempfindlichkeit;
  2. reduziert das viszerale Fett – das Fett, das sich um die inneren Organe herum ansammelt und mit dem Risiko von Typ-II-Diabetes und Herzerkrankungen in Verbindung gebracht wird;
  3. stabilisiert den Blutzuckerspiegel.

Und das alles auch ohne spürbaren Gewichtsverlust.

Verringerung des Risikos von Krankheit und vorzeitigem Tod

Körperliche Aktivität verringert das Risiko:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen;
  • einige Krebsarten;
  • Depression;
  • kognitiver Verfall;
  • früher Tod.

Außerdem leben Menschen mit guter körperlicher Fitness unabhängig vom Körpergewicht länger.

Periodische Bewegung

Selbst kurze Bewegungspausen über den Tag verteilt, nur wenige Minuten Aktivität, können das Krankheitsrisiko erheblich senken. Nehmen Sie zum Beispiel die Treppe, gehen Sie zügig oder setzen Sie sich zwischen den Telefonaten ein paar Mal hin. All diese Dinge funktionieren.

Abnehmen ist nicht immer gesund

Heute haben die Medikamente der GLP-1-Klasse den Ansatz zur Gewichtsabnahme erheblich verändert. Für viele Menschen ist der Prozess einfacher und schneller geworden, aber es gibt eine Nuance: Ein schneller medikamentöser Gewichtsverlust geht oft mit einem Verlust an Muskelmasse einher:

  1. Mobilität;
  2. stabile Blutzuckerwerte;
  3. Kraft;
  4. Langlebigkeit.

Es ist möglich, leichter zu werden, aber auch weniger robust. Und deshalb können wir die paradoxe, aber vernünftige Schlussfolgerung ziehen, dass es besser ist, etwas fülliger und körperlich aktiv zu sein als dünn und sitzend.

Fixierung auf Zahlen

Jahrzehntelang haben wir Schlankheit mit Gesundheit gleichgesetzt. Aber das ist eine vereinfachte Formel. Das Gewicht ist nur ein Indikator und spiegelt nicht alles wider:

  • das Niveau der Fitness;
  • Muskelmasse;
  • Herzgesundheit;
  • Ausdauer;
  • geistige Gesundheit.

Man kann ein „schlankes“ Aussehen haben, aber schwache Knochen und eine geringe Ausdauer. Und man kann ein paar zusätzliche Pfunde haben und trotzdem stoffwechselmäßig gesund sein.

Worauf ist zu achten?

Wenn es Ihr Ziel ist, ein langes und aktives Leben zu führen:

  1. mehr laufen;
  2. Gewichte heben;
  3. Einkaufstüten tragen;
  4. die Treppe nehmen;
  5. trainieren Sie Ihre Muskeln.

Nutzen Sie Bewegung als Mittel für ein langes Leben, nicht als Mittel, um sich für das Essen zu „bestrafen“.

Bewegung verändert vielleicht nicht die Zahl auf der Waage, aber sie verändert alles andere. Sie verringern Risiken, verbessern die Lebensqualität, machen den Kopf frei und geben Energie. Vielleicht ist es also an der Zeit, nicht mehr zu fragen: „Wie viel habe ich abgenommen?“, sondern: „Wie viel stärker bin ich geworden?“.

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