Makkaroni mit Milch, Ei und Zucker würden heute seltsam aussehen. Viele würden ein solches Gericht als fragwürdige Masse oder gar als Abscheulichkeit bezeichnen. Damals jedoch galt sie als vollwertige Nachspeise.
Makaronnik war eine einfache Kasserolle aus gekochten Makkaroni mit einer Füllung aus Milch und Ei. Sie wurden gebacken, bis sie leicht gebräunt waren, und warm serviert, meist zum Frühstück oder als Nachmittagssnack.
Das Gericht war besonders in Kindertagesstätten, Lagern, Krankenhäusern und Kantinen beliebt. Der Grund dafür war einfach: Es kostete nur ein paar Pfennige. Nudeln, Milch, Eier und Zucker – erschwingliche Produkte also, aus denen man schnell eine herzhafte Leckerei für eine große Anzahl von Kindern zubereiten kann.
Die Zubereitung von Makkaroni wurde so einfach wie möglich gehalten. Die Makkaroni wurden gekocht, bis sie ganz weich waren, mit Butter vermischt, mit einer Mischung aus Milch, Ei und Zucker übergossen, in eine Form gelegt und goldgelb gebacken. Keine Zusätze, Soßen oder Beläge.
Das sowjetische Ernährungssystem war nicht auf Geschmack, sondern auf Normen, Sicherheit und Kalorien ausgerichtet. Die Hauptsache war, dass das Kind satt wurde. Ästhetik und Vielfalt traten in den Hintergrund.
Heute, vor dem Hintergrund von Käsekuchen, Mousse und Joghurt mit Früchten, wirken süße Nudeln fast absurd. Wir sind daran gewöhnt, Pasta nur als herzhaftes Gericht zu sehen, so dass der Gedanke an ein Pasta-Dessert seltsam erscheint.
Dennoch haben Millionen von Kindern in der UdSSR Makkaroni gegessen – manche mit Vergnügen, manche ohne große Begeisterung. Heutzutage steht es kaum noch auf Speisekarten, aber für viele ist es Teil der Kindheitserinnerungen: für die einen ist es eine warme Nostalgie, für die anderen ein Alptraum in der Kantine, und für das System ist es eine billige und bequeme Lösung.
