Wir sind bereit, uns jahrelang zu verabreden, uns zu treffen, uns zu trennen und wieder zu suchen, nur um das gefürchtete Wort „für immer“ nicht laut auszusprechen.
Hinter dieser Angst steckt nicht die Angst vor einer bestimmten Person, sondern der Schrecken vor der eigenen Entscheidung, die nicht rückgängig gemacht werden kann, berichtet der Korrespondent von .
Die Verantwortung ist beängstigend, weil sie uns die Fluchtwege abschneidet und uns die Illusion nimmt, dass es irgendwo einen Besseren gibt. Solange wir nicht gewählt haben, sind wir frei, können wir träumen, können wir unendlich viele Optionen ausprobieren, ohne bei einer stehen zu bleiben.
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Aber die Wahrheit ist, dass ein Leben ohne Wahlmöglichkeiten auch eine Wahl ist, die nur unbewusst getroffen wird, durch eine Methode des endlosen Aufschiebens. Die endlose Suche nach dem Ideal entpuppt sich oft nur als ein schöner Vorwand für die Angst vor echten Beziehungen.
Eine echte Beziehung ist nicht immer ein Urlaub, manchmal ist es Langeweile, manchmal Müdigkeit, manchmal der Wunsch, die Tür zuzuschlagen und zu gehen. Aber sie ist auch der tiefe Ozean, in den man nur mit Angst eintaucht, in dem man aber nur Perlen finden kann.
Der kindliche Teil von uns will Garantien, will wissen, dass sie sich morgen nicht verlieben, dass sie übermorgen nicht sterben, dass alles immer gut sein wird. Aber der erwachsene Teil von uns versteht: Es gibt keine Garantien, es gibt nur die Entscheidung, heute, jetzt, in dieser Minute zusammen zu sein.
Wir entscheiden uns für Verantwortung, nicht für lebenslange Haft, sondern für die freiwillige Verpflichtung, ein gemeinsames Haus zu bauen. Dieses Haus kann erdbebengefährdet sein, das Dach kann undicht sein, aber es gehört Ihnen, und nur Sie entscheiden, ob Sie es reparieren oder verkaufen wollen.
Und wenn diese Entscheidung getroffen ist, entsteht ein wunderbarer Seelenfrieden, den es in dem endlosen Hin und Her nicht gab. Denn der Anker ist geworfen, und selbst bei einem Sturm weiß man, woran man sich festhalten kann.
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