In den Anleitungen auf den Nudelpackungen steht oft: „Nach dem Kochen in einem Sieb abtropfen lassen und mit Olivenöl beträufeln, damit die Sauce nicht anhaftet“.
Millionen von Menschen befolgen diesen Ratschlag, ohne daran zu denken, dass sie damit auf ein schmackhaftes Abendessen verzichten, so der -Korrespondent.
Öl verhindert zwar, dass die Nudeln festkleben, aber es bildet auch einen Fettfilm auf der Oberfläche der Nudeln, der die Soße abweist. Die Soße tropft einfach von den glatten Nudeln ab, sammelt sich am Boden des Tellers und lässt die Nudeln praktisch geschmacklos zurück.
Italienische Köche beträufeln gekochte Nudeln nie mit Öl, es sei denn, sie wollen sie getrennt von der Sauce servieren, z. B. für einen Auflauf. Im Idealfall sollten die Nudeln direkt aus der Pfanne in den Soßentopf gegeben und etwa dreißig Sekunden lang gekocht werden.
Sollten die Nudeln dennoch zusammenkleben, können Sie sie nicht mit Öl, sondern mit etwas Wasser, in dem sie gekocht wurden, retten. Das stärkehaltige Wasser löst die Nudeln besser als Öl und hilft gleichzeitig der Sauce, dank der Stärke zu haften.
In einem italienischen Restaurant hat der Koch einmal einen Auszubildenden, der Öl zu den gekochten Nudeln geben wollte, regelrecht angebrüllt. Er erklärte, Öl sei der Feind der Sauce, und wenn man wirklich Angst vor dem Anhaften habe, sei es besser, die Sauce schneller zu verbrauchen oder die Nudeln genau so lange zu kochen wie nötig.
Übrigens, wenn man Nudeln mit Meeresfrüchten kocht, ist Öl besonders schlecht, weil es verhindert, dass die Sauce die Nudeln umhüllt und der Geschmack der Meeresfrüchte durch den Fettfilm verloren geht.
Öl ist nur dann angebracht, wenn Sie die Nudeln im Voraus zubereiten und sie bis morgen im Kühlschrank aufbewahren wollen. Dann verhindert das Öl zwar, dass die Nudeln zusammenkleben, aber der Geschmack leidet trotzdem.
Im Allgemeinen wollen Sie echte italienische Pasta – vergessen Sie das Öl nach dem Kochen und freunden Sie sich mit dem stärkehaltigen Wasser und der Soße an.
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