Eine Nacht entscheidet über das Schicksal der gesamten Ernte: Wie man Aprikosen vor Frühjahrsfrösten schützt

Foto: aus offenen Quellen

Wenn man im Sommer möglichst viele Aprikosenfrüchte haben möchte, sollte man im zeitigen Frühjahr mehr darauf achten

Die Märznächte stellen eine heimtückische Bedrohung für die Obstgärten dar. Ihre windstillen Nächte schaffen die Voraussetzungen für ein zerstörerisches Phänomen: Der Boden, der tagsüber Sonnenwärme gespeichert hat, verliert diese nach Sonnenuntergang schnell wieder, und die oberste Luftschicht kühlt auf Minuswerte ab. Besonders gefährdet sind früh blühende Steinkulturen, vor allem Aprikosen.

Wir wollen herausfinden, wie viele Frostgrade die Aprikose während der Blütezeit verträgt und wie man sie im Frühjahr schützen kann.

Schutz von Aprikosen vor Frühjahrsfrösten – allgemeine Vorbereitung

In der Knospen- und Fruchtknotenphase erleiden Aprikosenblüten und junge Früchte bereits bei Temperaturen zwischen -1 und -3°C irreversible Schäden. Das bedeutet, dass jede Verzögerung ein fataler Fehler sein kann.

Wie viel Frost die Aprikosenblüte im Frühjahr verträgt

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Schutz ist die Rechtzeitigkeit. Daher muss zunächst festgestellt werden, bei welcher Temperatur die Aprikosenknospen erfrieren.

Experten empfehlen, sich von einer einfachen Regel leiten zu lassen: Wenn gegen sieben Uhr abends die Temperatur unter +2,5 °C fällt und die Wetterfrösche eine klare und ruhige Nacht versprechen, ist der Frosteinbruch so gut wie garantiert. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie sofort mit dem Abdecken der Pflanzen beginnen.

Wie wählt man ein Abdeckmaterial aus?

Ebenso wichtig ist die Wahl des richtigen Abdeckmaterials – und die beste Wahl ist in diesem Fall Vlies. Es lässt Licht und Feuchtigkeit durch, hält die Wärme des Bodens zurück und lässt die Pflanze atmen. Die Verwendung dieses Materials sorgt für einen Temperaturanstieg von 4-5 °C, der oft über das Schicksal der gesamten Kultur entscheidet.

Sackleinen ist auch als vorübergehende Maßnahme akzeptabel: Es hat gute Isoliereigenschaften, sollte aber wegen der unzureichenden Belüftung sofort nach Sonnenaufgang entfernt werden.

Es ist strengstens untersagt, Polyäthylenfolie direkt über die Blätter und Blüten zu spannen. Darunter kondensiert Feuchtigkeit, die beim Gefrieren das empfindliche Gewebe der Pflanze schädigt, und die Dichtheit der Abdeckung stört den Gasaustausch und kann zum Absterben der Triebe führen.

Schutz der Aprikose vor Frühjahrsfrösten – die „Zelt“-Technik

Nachdem wir gelernt haben, welche niedrigen Temperaturen Aprikosen vertragen und das richtige Material für die Abdeckung ausgewählt haben, können wir endlich mit der Rettung unserer Pflanze beginnen.

Das Abdecken der Aprikose sollte ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang erfolgen, wenn der Boden noch nicht aktiv Wärme abgibt. Das Tuch sollte die Blüten und Triebe nicht berühren: Zu diesem Zweck ist es wünschenswert, Stützstangen zu installieren, die eine zeltartige Struktur bilden.

Die Ränder des Unterstandes sollten mit Ziegeln, Steinen oder einer Erdschicht sorgfältig an den Boden gedrückt werden – so entsteht ein günstiges Mikroklima unter dem Vordach.

Morgens, mit den ersten Sonnenstrahlen, sollte der Schutz entfernt werden, um den Baum nicht zu überhitzen und den Stamm vor Schimmel zu schützen.

Zusätzliche Maßnahmen bei starken Frösten

Wenn der Wetterbericht kalte Temperaturen von bis zu -4°C vorhersagt, verzweifeln Menschen, die wissen, bei welcher Temperatur Aprikosenblüten erfrieren, oft. Auch wenn der Schutz nicht ausreicht, bedeutet das nicht, dass alles verloren ist.

Zum Schutz vor Frost können Gartenkerzen unter die Abdeckung gestellt werden – auf einen feuerfesten Ständer, in sicherem Abstand zum Stamm und mit dem obligatorischen Lüftungsspalt. Sie können die Temperatur unter der Krone um weitere 1-2 °C anheben.

Was man aber auf keinen Fall tun sollte, wenn die Aprikose erfroren ist, ist sie gedankenlos zusammen mit Kerzen in Polyethylen zu „wickeln“. In Kombination mit einem offenen Feuer besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung oder sogar eines Brandes.

Eine Vorbewässerung der Pflanze in den Nachmittagsstunden ist ebenfalls sinnvoll: Feuchte Erde gibt den Wurzeln mehr Wärme und kühlt langsamer ab. Derselbe Effekt lässt sich mit dunklen Wasserbehältern erzielen, die unter die Krone gestellt werden: Sie erwärmen sich tagsüber und geben nachts allmählich die angesammelte Wärme ab.

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